Chapter

Die Salamandrin und die Bildsaule

Eine Erzählung. Als Gegenstück des »Stein der Weisen«. Es war an einem schwülen Sommertage, da die Sonne sich bereits zu neigen anfing, als ein plötzlich einbrechendes Ungewitter einen wandernden Fremdling, dessen äußerliches Ansehen eher Dürftigkeit als Wohlstand ankündigte, in einer ziemlich wilden und ihm gänzlich unbekannten Gegend überfiel, und ihn nöthigte sich nach irgend einem Orte umzusehen, wo er Schirm gegen den daher brausenden Sturm finden könnte. Die natürliche Dunkelheit eines finstern Tannenwaldes, durch die Schwärze der Gewitterwolken womit der ganze Horizont umzogen war, verdoppelt, hüllte ihn auf einmal in eine so grauenvolle Nacht ein, daß er ohne das blendende Licht der Blitze nicht zwanzig Schritte vor sich hätte sehen können. Glücklicher Weise entdeckte er bei dieser furchtbaren Art von Beleuchtung einen alten halb verfallnen Thurm, der auf einer kleinen Anhöhe aus wildem Buschwerk hervorragte, und ihm, wenn er ihn erreichen könnte, eine erwünschte Zuflucht anzubieten schien. Bei diesem Anblick fiel ein Strahl von Freude in die Seele des Wanderers: eine Freude, die sich in Entzücken verwandelte, da ein neuer sehr heller Strahl ihn wahrnehmen ließ, daß unter den zerfallenen Zinnen dieses Thurms noch drei ganz unbeschädigt waren. Endlich, rief er, hab' ich gefunden, was ich schon so lange vergebens suche; denn es ist unmöglich, daß mich Kalasiris betrügen

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