Chapter

Erstes Kapitel

An der Tibermündung, wo alles Land ringsum Sumpf und Wildnis ist, erhebt sich unmittelbar hinter den Dünen einer jener festen Türme, von welchen im Mittelalter die ganze Meeresküste besetzt war. Die meisten dieser Schutz- und Trutzbauten sind jetzt entweder verfallen oder gänzlich vom Erdboden verschwunden und zerstört; nur wenige stehen noch an dem schönen, aber öden Gestade, vergessenen Wachtposten gleich, inmitten von Morästen und Buschwäldern. So – um einige der bekanntesten zu nennen – zwischen Nettuno und dem Circekap der berühmte Turm von Astura; gegen Civitavecchia hin Torre Flavia und von der heiligen Insel nach Porto d'Anzio zu Torre Paterno und Torre San Michele. Aber auch die übriggebliebenen sind mehr oder minder Ruinen. Fischer und Jäger, Vogelfänger und Kohlenbrenner bewohnen sie; oder es ist in dem einen und dem andern alten Steinhaufen eine Station für Strandwächter errichtet worden. Polizisten, die einen flüchtigen Verbrecher verfolgen, nächtigen in dem öden Gemäuer; und nicht selten dient der einsame Bau einer wohlorganisierten Banditenbande zum Schlupfwinkel. Im Hochsommer und Herbst jedoch, wenn in dem weiten Lande zwischen Gebirge und Meer die Malaria wütet, sucht sogar der Bandit und der verfolgte Mörder einen andern Zufluchtsort; dann gehört die ganze wilde Gegend den Ochsen und Büffeln und einigen wenigen fremden Arbeitern, welche, die Schatten von

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