I. Einleitung
Es war gegen das Ende des Jahres 1830, als ein Banquier in Paris, der sehr ausgebreitete Verbindungen in Deutschland hatte, den einem jener Geschaeftsfreunde besucht wurde, mit denen er schon lange im Briefwechsel gestanden hatte, ohne je ihre persoenliche Bekanntschaft gemacht zu haben. Dieser Freund, der Chef eines ziemlich wichtigen Hauses in Nuernberg, war ein gutmuethiger und wohlbeleibter Deutscher, ein Mann von Geschmack und Bildung, der seine Pfeife leidenschaftlich liebte und ein schoenes breites Nuernberger Gesicht hatte, mit viereckigen offener Stirn, ueber der sich einige duenne und blonde Haare zeigten; man erkannte in ihm ein echtes Musterbild der Kinder jenes reinen und edlen Deutschlands, das so fruchtbar an ehrbaren Charakteren ist und dessen freundschaftliche Sitten selbst durch die wiederholten Einfaelle roher Franzosen nicht veraendert sind. Der Fremde lachte viel, hoerte aufmerksam den Gespraechen Anderer zu und leerte sein Glaeschen fleissig, indem er ein ebenso grosser Liebhaber des franzoesischen Champagner war, wie des vaterlaendischen Johannisbergers. Er hiess Hermann welcher altdeutsche Name noch immer beliebt ist. Als ein Mann, der nichts oberflaechlich vorzunehmen pflegte, hatte er sich auch mit vieler Wuerde an den Tisch des Banquiers gesetzt und ass mit jenem deutschen Appetit, der in ganz Europa beruehmt ist. Der Hausherr hatte seinem Gaste jede