Die Flucht
Der Landmann hatte seine reifen Saaten niedergemäht, wie einen gelben Teppich breitend für die nahenden Schritte des Herbstes; der Himmel aber spannte noch sein sommerlichstes Blau über eine stille Landschaft aus, welche in anmuthiger Abwechselung von Eichenwäldern, umzäunten Aeckern und kleinen Haidestrecken gebildet wurde. Der Boden war hügelicht und übersäet mit einzelnen Gehöften, die sich an den schützenden Rückhalt eines Waldes oder einer Hügelwand lehnten. Zur Linken in einem Thalgrunde sah man die spitzen Thürme einer kleinen Stadt aus Obsthainen und reicher grüner Vegetation emporragen und rechts in größerer Ferne, ebenso warm umwaldet und von dichten Wipfeln beschützt, die Essen und Dächer eines ansehnlichen herrschaftlichen Gutes. Die Stelle, von der man diese Punkte der freundlichen Landschaft übersah, war am Saume eines Gehölzes, das eine ziemlich bedeutende Höhe bedeckte und durch welches die Landstraße nach dem Städtchen sich hinzog. In diesem Gehölze saß auf einem gefällten Baumstamme, nahe an jener Straße, ein hausirender Jude, eine lange, dürre und gebeugte Gestalt. Sein weißer Pudel lag zwischen seinen Füßen und zerrte spielend an den Lederriemen eines Bündels, während der Jude mit der Spitze seines Wanderstockes das gelbe Laub aufspießte, das zu seinen Füßen lag. Der Hund schlug an, dann wurden Hufschläge vernehmbar und das Schnauben von Pferden, die zur