Die Raubritter vor München - I. Akt
Ein Stück alte Stadtmauer vor Morgengrauen zeigt Altmünchen beim Isartor, wie es früher war. Über eine ziegelgedeckte Mauer im Hintergrund rankt sich in der Mitte ein friedlich blühender Fliederbusch. Vor zwei Schießscharten schauen ein paar alte Spielzeugkanonen arglos ins Weite. Einsam brennt in der Mitte eine Straßenlaterne, die der gemütliche Nachtwächter »ausspuckt«. Die hölzernen Lafetten tragen die Aufschrift: I. Batterie und II. Batterie. Zur Linken erhebt sich ein kleiner Turm mit Zinnen, zur Rechten ein Fachwerkhaus mit dem bayerischen Wappen und der Aufschrift ›Wache‹, davor baumelt an einer Wäscheleine trocknende Wäsche. Neben den Kanonen sind Pyramiden von Kugeln aufgebaut. Unter dem Fliederbusch sieht man in einer Mauernische einen Maßkrug stehen und darunter einen Radi liegen. Ein Bänkchen steht davor hinter einem Rasenfleck, der durch einen der bühnenüblichen Rasenteppiche dargestellt wird. In dem Biedermeieridyll des aufdämmernden Morgens erkennt man ein Schilderhäusl beim linken Turm. Darin schlummert der »Wächter Münchens«: Karl Valentin, der in unserem Stück den Wachtposten Bene gibt. Er ist im Zivilberuf Bader und im Dienst Trompeter der Bürgerwehr, ein unbeholfener Mensch, angetan mit Waffenrock, weißer Hose, Säbel und Bandelier, geknöpften schwarzen Gamaschen, Tabakspfeife und einem Tschako oder Zweimaster mit Federbusch. Ein verblichener Duft von