Chapter

Die Radiostation W. J. 10. - Kapitel 1: Schallplatten

Der Geheime Sanitätsrat Professor L., Besitzer eines der größten Sanatorien in der wälder- und seenreichen Mark, hatte uns in jener Nacht, als Harst die arme Fürstin Kasarsky vor sicherem Tode durch den Biß einer Giftschlange bewahrte, noch zu einer Tasse Mokka gebeten, bevor wir mit seinem Auto wieder nach Berlin zurückkehren wollten. Der Professor saß mit dem Rücken nach einem kleinen Tischchen, auf dem ein Vierröhrenempfänger nebst Batterien stand, darüber auf einem Wandbrett ein moderner Flächenlautsprecher. Wir beide lehnten müde und abgespannt in tiefen Sesseln. Vor uns auf dem Teewagen summte die Kaffeemaschine, duftete der Mokka in zierlichen Täßchen, Zigarren und Zigarettenrauch schwamm in der Luft. Draußen tobte ein Januarsturm über die weite Heide, an deren südlichen, bewaldeten Randhöhen sich die Baulichkeiten dieses Hauses des Leides hinzogen. »… Sogar ich bin auf meine alten Tage Radiobastler geworden, Herr Harst,« führte der Professor das Gespräch mit einem feinen Lächeln der Selbstironie fort. »Ja, ja, der Rundfunk als Kulturfaktor …! Wer sich bis dahin nie mit Technik abgegeben: ihn packte die … Wellensehnsucht!« — Er deutete hinter sich … »Das da, mein eigenes Werk … Und ich bin stolz darauf. Mit vier Röhren nachts Amerika zu empfangen — im Lautsprecher, — — eine Leistung!« »Wirklich Amerika?!« meinte Harald zweifelnd. »Gewiß. Ich könnte Ihnen jederzeit den

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