Die Rache des Mormonen
Erzählung von D. Jam (Karl May) Der Rio San Carlos in Arizona hat zwei Quellarme, von denen der eine auf der Sierra Blanca, der andere im Magollongebirge entspringt. Steigt man an dem letztern aufwärts, so gelangt man nach und nach aus tiefen Cannons, auf deren Scheitelhöhen kein Baum, kein Strauch, kein Grashalm zu sehen ist, auf die Montanna de la Fuente und zuletzt an die Stelle, wo das Wasser aus dem Felsen sickert. Dort ragen drei einzeln stehende Macollafichten in die Höhe. Hinter denselben fällt die Höhe, deren Kante früher mit Bäumen derselben Art bewachsen war, fast lotrecht in einen schmalen, aber um so tiefern Cannon hinab, welcher früher einen andern Namen hatte, jetzt aber der Cannon de los Cotchisos heißt. Schreitet man auf den Steinen, welche aus dem Wasser ragen, bis an den Rand des Cannons vor, so bietet sich jenseits desselben dem Auge ein Anblick, welcher vermuten läßt, daß dort die Stätte einer gräßlichen Katastrophe zu suchen sei. Man blickt auf ein viereckiges Plateau, welches vorn durch den erwähnten Cannon und rechts und links durch ähnliche, senkrecht eingeschnittene Seitenschluchten vollständig abgeschnitten ist. Hinten, auf der vierten Seite, ragt eine riesige, absolut unersteigbare Felsenmauer, von welcher mehrere schmale, klare Wasserfäden rinnen, wie bis zum Himmel empor. Sie wird jetzt in der Sprache der Apachen Selkhi-tse und von den spanisch