Einleitung
Spaniens einst so mächtiges Kolonialreich war im Zerbröckeln. Seit dem Jahre 1810 befand sich ganz Süd- und Mittelamerika im Aufruhr gegen das Mutterland, das zu ohnmächtig war, die Unabhängigkeitsbewegung niederzuschlagen. Von seinem amerikanischen Kolonialbesitz mußte es ein Stück nach dem anderen aufgeben. Die jungen Vereinigten Staaten von Nordamerika hatten schon seit 1803, seitdem sie Louisiana, das Land am Mississippi, von Napoleon für 60 Millionen Franken erworben hatten, ihr besonderes Augenmerk auf Florida gerichtet, das noch in spanischem Besitz war. Diese südliche Spitze des nordamerikanischen Festlandes befand sich damals noch im Naturzustand und wurde fast nur von wilden Indianerstämmen bewohnt. Die Spanier, die Florida durch einen Bevollmächtigten des Generalkapitäns von Cuba regierten, hatten nur an den Küsten und Hauptströmen vereinzelt feste Plätze errichtet, in deren Nähe dann Ansiedlungen Weißer entstanden waren. Alle Verhandlungen mit Spanien auf einen friedlichen Erwerb schlugen fehl, vor einer gewaltsamen Besetzung aber schreckte man in Washington zunächst noch zurück, obwohl die ständigen Grenzstreitigkeiten mit den Indianern Vorwand genug geboten hätten. War es zuerst die Rücksichtnahme auf Napoleon, der sich schützend vor das schwache Spanien stellte, so hinderte in der Folge der zweijährige Krieg mit England von 1812 bis 1814 eine Verfolgung der