Erstes Capitel.
Das Quartett. Wenn eine Reise schlecht anfängt, nimmt sie gewöhnlich auch kein gutes Ende. Diesen Glaubenssatz hätten wenigstens die vier Musiker unterschreiben können, deren Instrumente hier auf der Erde umherlagen. Die Coach, worin sie an der letzten Eisenbahnstation hatten Platz nehmen müssen, war nämlich soeben gegen die Böschung des Weges hier plötzlich umgestürzt. »Es ist doch keiner verwundet? fragte der Erste, der sich schon, wenn auch mühsam, wieder aufgerichtet hatte. – Ich bin mit einem Ritz in der Haut davongekommen, antwortete der Zweite, indem er sich die durch eine gesprungene Kutschenscheibe verletzte Wange abwischte. – Und ich mit einer Hautabschürfung!« erwiderte der Dritte, von dessen Wade ein Tröpfchen Blut hervorquoll. Niemand hatte also ernstlichen Schaden genommen. »Doch mein Violoncell! rief der Vierte. Wenn nur mit meinem Violoncell nichts passirt ist!« Zum Glück erweisen sich die Instrumentenkästen alle unversehrt. Weder das Violoncell, noch die Bratsche oder die beiden Violinen hatten von dem Stoße gelitten, ja es war sogar kaum nöthig, sie neu zu stimmen. Eine vortreffliche Sorte Instrumente, nicht wahr? »Verwünschte Eisenbahn, die uns auf halbem Wege sitzen läßt! beginnt der Eine wieder. – Verwünschte Kutsche, die mit uns mitten in der Wildniß umwirft! setzt der Zweite hinzu. – Und gerade zur Zeit, wo es anfängt dunkel zu werden! jammert der Dritte.