Die Pirateninsel
„Ich kann mir nicht mehr helfen, Landsmann: so ganz geheuer kommt es mir hier an Bord des „Indus“ nicht vor und zwar seit gestern, wo den chinesischen Kulis im Vorschiff ihr bronzenes, uraltes Götzenbild verschwunden ist, das sie seiner Zeit mit nach Australien geschleppt hatten und jetzt nach Beendigung ihres Kontraktes als Farmarbeiter wieder mit in die Heimat nehmen wollten, um es dort in dem Tempel am Ufer des Hsi-kiang wiederaufzustellen. Die Kulis stammen ja sämtlich aus demselben Dorfe der Provinz Kanton. Ich habe den Engländer Bellerley stark in Verdacht, daß er die Buddhastatue gestohlen hat. Aus seiner Vorliebe für exotische Altertümer macht er kein Hehl, und man weiß ja, wohin eine leidenschaftliche Sammelwut führen kann. Jedenfalls ist diese Geschichte für uns Passagiere sehr unangenehm. Die Chinesen schwärmen wie ein aufgeregter Bienenschwarm umher, und ihre Gesichter besagen nichts Gutes. Ich kenne diese Gelben nur zu gut: verletzt man ihre religiösen Gefühle irgend wie, so muß man mit irgend einer aus Rachsucht ausgebrüteten Teufelei rechnen. Unter diesen Umständen ist es auch ein schwer Fehler von unserem Kapitän, daß er sich so gar keine Mühe gibt, das Götzenbild wieder herbeizuschaffen, und ein noch schwererer, die gelbe Gesellschaft mit Spott und Hohn zu behandeln, anstatt die Angelegenheit billiger Weise streng zu untersuchen. Wir dürfen nicht übersehen, daß