Chapter

Die Verschworung

Es war eine mondhelle, stille Nacht. Auf einer kleinen Landspitze, die eine kurze Strecke in die Bai von Sydney hinausragte, standen zwei Männer in angelegentlichem Gespräch. Zur Zeit dieser Geschichte war noch keine Spur von dem gewaltigen ›Zirkular-Quai‹ vorhanden, der heute die Bai von Sydney umschließt. Die ladenden und löschenden Schiffe fanden damals Unterschlupf in sogenannten Creeks, langen, künstlich hergestellten Ufereinschnitten, in denen sie an Pfählen und Bollwerken vertäut lagen, und zwar so zahlreich, daß die dichten Mastenwaldungen in dieser Mondnacht wie Wolkenmassen jenseits der blendend erschimmernden Bai lagerten. Die Mastlaternen der draußen im offenen Wasser ankernden Fahrzeuge blinkten in dem allgemeinen Silberglanze so schwächlich wie Glühwürmchen. Eins dieser letzteren Schiffe befand sich dem Standorte der beiden Männer gerade gegenüber, kaum eine kleine Seemeile von der Landspitze entfernt. Es war eine schmucke kleine Bark, die, ihrer in allen Teilen vollständigen Takelung nach zu urteilen, entweder demnächst auslaufen sollte, oder aber soeben erst binnen gekommen war. Die beiden Männer hielten während ihrer Unterhaltung beinahe unablässig die Blicke auf dieses Schiff gerichtet. Jetzt zog schattenhaft, wie eine lichte Nebelwolke, ein großes Vollschiff, das soeben die lange Fahrt von Europa nach Australien beendet haben mochte, an demselben vorüber.

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