Prolog
Heulend, o Freund im Norden, Geht draußen der Südwest, Leer sind die Bäume worden Und Winter ist der Rest; Der Rest von allen Dingen Nach Sommerlust und -glanz, Vom Wollen und Vollbringen Ist ja ein dürrer Kranz. Mir klangen alter Tage Verschollene Melodien, Da noch – es klingt wie Sage – Manchmal die Sonne schien; Man nannte die Vogesen Damals den Wasichin, Mit Staub- und Spinnwebbesen Hab' ich gekehrt darin. Gen West vor meinem Fenster Durch Nebeldunst und Rauch, Da steigt's wie drei Gespenster Herauf aus Fels und Strauch; Gleich dürren Wetterhexen Drei Türme, grau von Stein; Man heißt sie die »Drei Exen« Und schlägt ein Kreuz darein. Danach ruft Rufach balde Mit seiner Bürger Stolz: Dem Galgen, aus dem Walde »Von gutem Eichenholz«; Es sprach ihr Stolz nicht minder, Wollt' wer den Galgen leih'n: Für sie und ihre Kinder Sei dieser nur allein. Und aber kurz nach Süden Im engen Lauchtalgrund Das Stolzbild aller Rüden, Des Kloster Murbachs Hund: Von seiner Hoffart wissen Noch Lied und Spruchvers heut'; Der hat gar scharf gebissen, Wenn wer sein Haus bedräut. Doch nordhin für den Keiler Streckt sich ein Tannenmeer – Da liegt Stadt Rappoltsweiler, Drei Burgen drüberher: Die Giersburg über'm Blocke, Die Ulrichsburg inmitt', Auf höchstem Felsenstocke Hochrappoltstein zu dritt'. Gestürzt zu jähem Falle Von Rache, Haß und Zorn, In Trümmern liegen alle, In Schuttgerank und Dorn; Oft