Die Pechmaske
Zu Paris erscheint vor den Assisen ein 24jähriger Mann von kränklichem Ansehen, von welchem den Geschwornen wie dem zahlreich versammelten Publikum bekannt ist, daß er von Jugend auf lasterhaft gelebt und sich an Leib und Seele zerrüttet hat, daß indessen die Aerzte erklärt haben, wie er jederzeit den vollen Gebrauch seiner Geisteskräfte gehabt habe; ferner weiß man daß er viel und ohne Auswahl gelesen, gern gewisse Theater besucht und zuweilen sogar selbst Verse gemacht hat. Es ist der Schuhmacher Etienne Chevreuil, auch Julien genannt, welcher ausdruckslos vor sich hinstarrt, während Aller Blicke auf ihn gerichtet sind. Die gegen ihn erhobene Anklage lautet so: Am 12. Juli 1844 Abends gegen 10 erschien Etienne Chevreuil am Conservatorium und klagte sich beim Posten an, seine Geliebte Celestine Annette Brown, mit der er einen Monat gelebt, umgebracht zu haben. Seiner Aussage zufolge hätten Beide im Elende geschmachtet, das Leben überdrüssig gehabt und zusammen sterben wollen. In dieser Absicht hätten sie Branntwein getrunken, Thüren und Fenster fest verschlossen und Kohlen bereit gehalten um sich mit Dampf zu ersticken; Celestine habe sich nun auf's Bett gelegt und er zu ihr gesagt: Wir werden bald sterben, worauf ihm die Antwort geworden sei: Warte nur, noch nicht! Nach diesen Worten habe Celestine Nervenanfälle gehabt und er sie durch ein Glas Zuckerwasser zu beruhigen