Erstes Kapitel
Franz Düren war mit der festen Absicht nach Berlin gekommen, hier sein Glück zu machen. Von diesem Glück hatte er die ganze Nacht hindurch geträumt. Er war erst gestern abend aus Köln eingetroffen, mit leerem Beutel, aber den Kopf voller Pläne. Als er am Morgen erwachte, fand er sich mit dem Haupt am Fußende des Bettes liegen. Er mußte recht unruhig geschlafen haben. Das war freilich nichts Erstaunliches bei ihm. Er rieb sich die Augen und schaute blinzelnd umher. Die Stirn schmerzte ihn ein wenig. Er hatte nach seiner Ankunft ein paar Glas Bier zum Abendbrot getrunken; das war ihm nicht bekommen. Noch ein Viertelstündchen blieb er im Bett, die wachen Augen zur Decke gerichtet, und sammelte seine Gedanken, während das Sonnengold sich in breiter werdenden Strahlen zwischen den Rouleaux hervorstahl und das kleine Hotelzimmer mit freundlichem Schimmer füllte … Vergangenheit und Zukunftshoffen begegneten sich in dem Gedankengange Dürens. In Köln war er niedergebrochen. Er stammte aus einer alten Buchdruckerfamilie, die stolz auf ihr Signet und ihre Vorfahren war, denn einer dieser Vorfahren sollte schon Gehilfe bei Schöffer in Mainz gewesen sein. So wenigstens hatte der Vater Franzens diesem oftmals erzählt. Als der alte Düren starb, hinterließ er seinem Sohne ein blühendes Geschäft. Aber der lebhafte Geist des Jungen strebte weiter. Die Accidenz- und Buchdruckerei genügten ihm