Chapter

Chapter 1

Während nach beendeter geschäftlicher Unterredung der Rechtsanwalt Doktor Thomas Steinmann die Papiere in seine Aktenmappe legte, sprach Graf Leuckmer voll Zufriedenheit: »Nun hätte man also seinen Lebensrest klar vor sich!« ›Klar?‹ dachte der jüngere Mann. »Das kann so völlig nur jemand genießen, der's viele Jahre mühsam gehabt hat«, fuhr der Graf fort. »Und ohne Ihres Vaters klugen Rat wäre ich nicht immer durchgekommen.« ›Ja‹, dachte Steinmann weiter, ›und jetzt fehlt der Rat, und meiner ist nicht beeinflussend genug.‹ Graf Leuckmer lächelte. Das gab seinem bleichen, feingemeißelten Kopf einen Ausdruck von Güte und Überlegenheit. »Es gibt Menschen, die sehr deutlich denken können«, sagte er. Da mußte auch Thomas Steinmann ein wenig lächeln. »Ich bin und bleibe nun einmal ein Gegner von ausländischer Kapitalanlage. Vor allem in diesem Fall, wo Sie nach vielen schweren Jahren endlich durch die Erbschaft ins Sorglose gekommen sind und schon aus Gesundheitsrücksichten das Gefühl der Sicherheit nicht aufs Spiel gesetzt werden dürfte.« Sein offenes, männliches Gesicht, die grauen Augen voll Lebhaftigkeit und Wärme, der ganze blonde Kopf machten ihn zu einer gewinnenden Erscheinung. Seine Gestalt war ziemlich groß und kraftvoll, und seine Freunde hatten früher von ihm gesagt, er habe etwas Siegfriedhaftes. Berufsernst und Jahre streiften den Jünglingszauber ab, aber eine gerade,

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