Die Oase der Träume
Aus der Fülle der Kriminalfälle mit exotischem Einschlag will ich heute für meine lieben Leser und treuen Freunde einen neuesten Datums hervorsuchen. Ich kann hier getrost den Ausdruck Heraussuchen oder Hervorsuchen gebrauchen, denn meine Notizen von damals sind auf zahllose Papierblätter geschrieben, die man gründlichst ordnen muß, wenn man einen klaren Ueberblick über die Vorgänge gewinnen will, die seinerzeit nicht nur die englische, sondern auch die deutsche Presse lebhaft beschäftigt haben. Der ganze Fall drehte sich um die sagenhafte und einst vorhanden gewesene Oase Zerzura. Nach einer eisig kalten Nacht, wie man sie in der Lybischen Wüste häufiger, als allgemein angenommen wird, erleben kann, erhob sich ein schlanker Europäer mit sehr scharf geschnittenem Gesicht kurz vor Sonnenaufgang von seinem Lager aus Decken und Gras, lüftete den Zeltvorhang und trat gähnend und in der morgendlichen Kühle leicht erschauernd ins Freie hinaus. Sein dünnes blondes Haar war zerzaust, und an dem noch unrasierten Kinn hingen einige Grashalme. Um die Augen des Mannes, der vielleicht vierzig Jahre zählen mochte, lagen dunkle Schatten und um den energischen Mund ein Ausdruck von Müdigkeit und Verzagtheit, — bei ihm gewiß eine Seltenheit, denn er war in seinem an Abenteuern und seltsamen Erlebnissen reihen Dasein an Fehlschläge aller Art längst gewöhnt, Und doch ging ihm diese geheimnisvolle