Chapter

1. Kapitel: Schüsse in der Nacht.

Der dumpfe Schrei, der durch die schweigende Nacht der Wüste wie ein Peitschenhieb mein ahnungsloses Ohr erreichte, war der schreckhaft verzerrte Name, den mir Sussik, phantasievoll wie all diese Nomaden der Einsamkeit der Libyschen Wüste, in kritikloser Überschätzung meiner weltabgewandten Person in letzter Zeit zugelegt hatte. Der Schrei war so eigentümlich verzerrt und brach so urplötzlich ab, daß sogar mein Hund die Ohren spitzte, der doch an Sussiks Stimme und schrille Jagdrufe gewöhnt war. Unser Lagerplatz befand sich in einem steinigen Flußbett, das nur zur Zeit der gewaltigen Regengüsse im fernen Abessinien lehmige Fluten kannte. Jetzt war es nichts als ein Teil der Sandwildnis, die sich ringsum in Dürre und Trostlosigkeit bis zu dem fruchtbaren Landstreifen am Nilufer hinzog. Ich war aufgesprungen, die Hand hatte in selbstverständlicher Bewegung nach der Büchse gegriffen, und nur das glatt anliegende braune Rückenhaar Wrangels und seine Teilnahmlosigkeit beruhigten mich ein wenig. Der Hund, Abkömmling polarer und südlicherer Arten, besaß einen so sicheren Instinkt für drohende Gefahr, daß ich gemächlich dahinschlenderte … Sussik würde ein Tier in der Schlinge gefangen haben, sagte ich mir. Die Schußwaffen konnten wir aus bestimmten Gründen nicht benutzen. Es herrschten seit gestern mittag, wo wir die sauber getilgte Elefantenfährte mühsam unendliche Meilen weit bis

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