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Chapter

Was Die Garderobe Enthielt

Der Garderobenmeister des Königlichen Hoftheaters, Herr Bürger, war ein kleiner, dicker Mann von sechzig Jahren, der die Schlüssel zu den Garderoben an einem Ring von beinahe metallischem Klirren trug und sich, wie er sagte, nicht gern in Dinge einlasse, die über die Aufbewahrung von Kostümen hinausgingen. Werner hatte ihn um neun Uhr bestellt, in sein eigenes Kontor im Theater, und er hatte darauf geachtet, den Oberballettmeister nicht in das Gespräch einzubeziehen. Was er suchte, war ein Ort, nicht eine Erlaubnis. „Garderobe drei", sagte Bürger, und klimperte mit den Schlüsseln. „Seit wann ist sie dem Fräulein Seibold zugewiesen?" „Seit vier Jahren. Sie teilt sich den Raum mit dem Fräulein Lederle. Zwei Tänzerinnen in einem Raum, das ist die Regel im Corps. Die Solistinnen haben eine eigene." „Sie teilen sich den Raum, beide." „Seibold und Lederle. Ja." Werner ließ sich die Garderobe aufschließen. Sie war ein länglicher Raum mit zwei Frisiertischen, zwei Spiegeln, zwei Kleiderschränken. An der einen Seite stand ein Paravent. An der anderen ein kleiner Schemel, auf dem die Tänzerinnen ihre Schuhe bandagierten. Der Raum roch nach Bühnenschminke, nach Terpentinöl und nach jenem süßlichen Puderduft, der eine Tänzerinnengarderobe in allen Theatern Europas kennzeichnet. „Welcher Schrank gehört Fräulein Seibold?" „Der linke." „Und der rechte Fräulein Lederle." „So ist es,

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