I. Erstes Kapitel
Wie -? Was -? rief man von allen Seiten. Die Trottoirkrankheit -? Eine neue Nervenkrankheit -? Unglaublich! Erzählen Sie -! Berichten Sie! Dieser lebhafte, unparlamentarisch geordnete Ausdruck der Neugier fand statt auf irgend einem Punkte der deutschen Landkarte, an einem norddeutschen Platze, dessen Namensursprung in's graue Alterthum zurückgeht, wo die Menschen noch wie die Biber auf Pfählen hausten. Jetzt aber giebt es auch dort Steuern und herrliche Paläste genug, und eben scheint die Sonne gar traulich in eine Weinstube des neunzehnten Jahrhunderts. Sogar noch über das Jahrhundert hinaus erleuchtete Köpfe, andere freilich nach der Tagesmode immer nur zurück mit dem Affenursprung beschäftigt, Gelehrte, Beamte, gebildete Industrielle, begrüßten sich hier freundschaftlich ohne Freundschaftszwang. Und das an jedem Morgen der alten Göttin des Mondes. Die Wände scheinen eher grau als grün zu sein. Letzteres sollten sie eigentlich. Aber die Cigarre entwickelt einen changirenden Farbstoff. Das Beste waren die vielen blankmessingnen Kleiderhaken, wo man nur hinsah. Da konnten sich die "Neuen Serapionsbrüder", wie sich ganz gemüthliche, unverschworene, auf den Umsturz nicht einmal eines Weinglases ausgehende Menschen, in Erinnerung an den alten berühmten Erzähler E. T. A. Hoffmann, nannten, versammeln und keinen andern Zweck verfolgen, als mit jener Eile, welche in dieser Stadt