Erster Teil
Ich habe immer die Einsamkeit geliebt, das Alleinsein. Sie war mir Mutter und Freund. Aber nun überwächst mich ihr Grauen. Von allen Seiten starrt mir ihr furchtbares Auge entgegen – es gibt Tage, da ich mich vor dem Einbruch der Dunkelheit fürchte . . . Wenn es wieder ringsum lebendig wird, wenn die wesenlosen, blicklosen Gesichter, die doch alles sehen, sich wieder an die Fensterscheiben drücken und ins Zimmer stieren, daß mir das eiskalte Entsetzen die Hand lähmt . . . Der Hund richtet sich langsam auf, sträubt das Rückenfell und beginnt zu heulen – und die Gesichter am Fenster bleiben und bleiben, stieren ins Zimmer . . . Bis ich mit einem gewaltsamen Schrei mich aufreiße und mit der Pistole hinausstürze vors Haus – und niemand ist da . . . nur der Nebel . . . Ich halte es nicht mehr aus, so, es geht zu Ende mit mir. Das ist mehr als das Todesgrauen und Entsetzen der Trommelfeuer, der Sturmangriffe, des tausendfachen Sterbens ringsum. Ich verschanze mich in meiner Stube. Im Kamin glost das Torffeuer. Auf meinem Tisch brennt das einsame Licht. Ich muß Licht haben, sonst verliere ich den Verstand. Die Holzladen der Fenster sind geschlossen und fest verriegelt. Ich habe alle Ritzen sorglich gedichtet, damit die von draußen nicht hereinblicken können. Ich sitze und versuche zu lesen. Der Hund liegt neben mir. Es geht Wind ums Haus. Ich höre sein leises Wehen durch den