Chapter

1. Kapitel: Das Gichtbein

Das Gichtbein. »Glaubst du an die vielgenannte »Duplizität von Ereignissen«?« fragte Harst drei Tage nach der Erledigung des Falles der Rahmenantenne morgens bei der Gartenarbeit. Er hatte den Spaten in die Erde gestoßen und betrachtete prüfend das lange Erdbeerbeet, das uns vier Jahre reife Früchte getragen hatte und nun dem Schicksal aller überalterter Erdbeerbeete zum Opfer gefallen war. Es war umgegraben worden. Es hatte diese Pietätlosigkeit nicht ruhig hingenommen, sondern uns an diesem drückend heißen Junimorgen so manchen Tropfen Schweiß entlockt. Trotzdem war es ein prächtiger Sommertag. Das Herz ging einem auf, wenn man die zahlreichen Vögel in unserem Garten beobachtete, die hier ein stilles Paradies gefunden hatten. Alle unsere Nistkästen waren mit Staren besetzt, in der Dornenhecke und dem Gestrüpp neben dem Komposthaufen brüteten Drosseln, Finken und Meisen, — Sperlinge gab’s diesmal übergenug, unter dem überhängenden Dach des großen Treibhauses klebten graue Schwalbennester, und — ein Wunder förmlich! — oben auf dem Stumpf der uralten Kastanie, die der Sturm im März glatt geköpft hatte, war ein Storchenpaar als seltenste, liebste Gäste längst mit dem Nestbau fertig geworden, — Mutter Störchin hatte mit dem Brutgeschäft etwas spät begonnen, und Papa Storch besaß eine besondere Eigentümlichkeit: Er schien an Gicht zu leiden, das linke Bein zeigte eine Schwellung,

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