Chapter

1. Kapitel: Triebsand

Der dichte Nebel war bei Sonnenuntergang wieder gewichen. Die frische Abendbrise hatte ihn fortgefegt, und in der unbeschreiblichen Farbenpracht eines märchenhaft schönen Abschieds des Tagesgestirns spähten wir nun vom Heck unseres zwischen den großen Außenriffen vertäuten Kutters mit halb geblendeten Augen in seltsamer Ergriffenheit nach dem kahlen Felsplateau hinüber, auf dem in fast geisterhafter Unwirklichkeit Feen zu tanzen schienen. Ich sage: Sie schienen zu tanzen. – Es konnten auch Nebelfetzen sein, die sich dort zwischen den Randklippen des Plateaus gleichsam als Nachhut des abziehenden Heeres der Nebelarmee festgesetzt hatten, – wie man es im Gebirge so oft beobachten kann, wenn eine Wolke in den Klüften der Steilwände noch die hellen Streifen losgetrennter Teile zurückläßt. Das in Rot und Rosa getauchte Bild war phantastischer Spuk, und der bei aller Gemütstiefe so überaus sachliche Bert Beng meinte dann auch zu uns dreien, die wir gleich ihm den Augenblick herbeisehnten, wo der sinkende Sonnenball uns die Sehnerven nicht mehr reizte und wir dann, nicht mehr geblendet, Gewißheit erhalten würden: „Drei Schleiertänzerinnen im Scheinwerferlicht auf einer Naturbühne – mal was anderes, besonders hier dicht an der Treibeisgrenze des Südpolarmeeres einige hundert Meilen nördlich der australischen Ablegerinsel Tasmanien! – Noch einige Minuten, und wir werden Gewißheit

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