Chapter

Erster Teil

Die Hand des Todes bringt Sterben und Werden. Je nachdem die Menschen sind, vor denen er sich an einem Nahverbundenen ereignet, klingt entweder das Dunkle in ihrem Wesen auf oder die Welt und der Sinn um das Dasein des Hingenommenen blüht, geheimnisvoll verwandelt, in einem noch nie gesehenen Licht, daß wir uns tiefer und den Verstorbenen reicher verstehen. Jochen Maechler aber wurde nach dem schnellen Tode seines Vaters weder tiefer in die Schatten getrieben, die aus jedem frischen Grabe in das Dasein der Hinterbliebenen steigen, noch war es ihm seinem ganzen Wesen nach beschieden, das hochgeschwungene Leben seines Vaters sich vielfältiger und ins Lichte verklärt, anzueignen. Wie ein dumpfer Schlag war der Tod Nathanael Maechlers gegen das Gerberhaus auf der Feldgasse zu Wilkau gefahren, daß das Gewese von dem unerwarteten Geisterstoß aus der Nacht in allen Räumen, bis in die Sparren des Daches hinauf, bebte, und auch das kleine Wuselstädtchen hatte eine Weile an verschlagenem Atem gelitten, als der große Gerber am Schloß vorbei über die Gansertbrücke zu Grabe getragen worden war. Von beiden Kirchtürmen hatte es dem Manne auf seinem letzten Wege alle Glocken singen lassen, der so lange sein Berater, Führer und Meister gewesen war. Bald aber hatte jedes Fenster wieder nach seinem Licht geschnappt, jedes Rad seine Last gedreht und jede Zunge die eigene Sorge gebeutelt. Die

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