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Einleitung

Richard Voß Die Mutter der Catonen Wo heute, hoch über der römischen Campagna, auf den schönen Höhen des Albanergebirges zwischen weiten Weinfeldern und ausgedehnten Olivenwäldern mit vielen ehrwürdigen Kirchen und prächtigen Palästen das wonnige Frascati liegt, bedeckten zur Zeit der alten Herrlichkeit die Villen und Landgüter der römischen Großen das ganze Land. Von den greisen Mauern Tusculums zog sich die Menge der Prachtbauten in goldig leuchtendem Travertin und schneeigem Marmor die Hügel hinunter und durch die weite Ebene bis vor die Thore der Beherrscherin der Welt. Unsagbar bleibt, welche Werke der Kunst, welche Schönheit, welcher Reichtum auf diesem Fleck Erde zusammengehäuft waren. Hier hatten Tiberius und Galba prächtige Landhäuser, hier lag das köstliche Tusculum Ciceros, hier besaßen die Catonen weitläuftige Güter, und hier befanden sich die weltberühmten Gärten des Lucull, von einer Ausdehnung, daß ganz Rom darauf Platz gefunden hätte, und von einer Herrlichkeit, die später ihresgleichen nur in der tollen Cäsarenzeit fand. Seit der Blüte dieser elysischen Gegend sind beinahe zwei Jahrtausende vergangen: aber weder die zahllosen barbarischen Verwüstungen, die im Laufe der Jahrhunderte stattfanden, noch die Zeit selbst vermochten die Zerstörung zu vollenden: die Spuren, welche von jener Epoche übrig geblieben, sind noch heute so gewaltig, daß sie das Staunen der

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