Vorwort
Vorwort. Im alten Ägypten bestand zu einer Zeit, die weit vor dem Beginn der heutigen Zeitrechnung liegt, der Brauch, daß die Leichen der Angehörigen aus dem Königshause der Pharaonen, sowie die der Oberpriester und Vornehmen des Landes einbalsamiert wurden, um die Körper vor der Verwesung zu schützen und die Gesichtszüge gut zu erhalten. Die Einbalsamierer, die diese Prozedur vornahmen, bildeten eine besondere Kaste und hielten die Geheimnisse ihrer Kunst – denn eine solche war diese Art Leichenkonservierung tatsächlich – streng geheim. In den Pyramiden am Nil und in der Gräberstadt von Memphis hat man eine ganze Anzahl derartiger Mumien, Leichen, die infolge sachgemäßer Behandlung die Jahrtausende überdauert hatten, gefunden. Die schönsten und besterhaltenen von ihnen wurden, oft für Unsummen, an Museen aller Länder verkauft. Der heutzutage so hochentwickelten medizinischen Wissenschaft ist es indes nicht gelungen, die Mittel zu entdecken, mit denen die Ägypter die Leichen so vortrefflich vor der Verwesung zu schützen wußten. Die meisten Versuche, die man in dieser Richtung anstellte, schlugen fehl. Über Ägypten herrschte nun um das Jahr 2400 v. Christus die jungfräuliche Königin Semenostris, die Tochter des Königs Mereure aus der sechsten Dynastie. Alte Hieroglyphen und Bilderschriften besagen über Semenostris folgendes: Sie war schön wie der aufgehende Tag. Ihre Nase,