Chapter

Erstes Kapitel

Dem Andenken eines Vorangegangenen Niemand weiß, warum die Wassergasse ihren Namen trägt. Der Fluß, der die kleine Stadt durchschneidet, liegt weit ab. Höchstens dringt bei gutem Wind das Rauschen seiner strömenden Wasser vom fernen Wehr herüber zwischen die ärmlichen Fachwerkhäuser der Gasse, die mit spitzen Giebeln sich gegeneinander neigen, wie alte Weiber, die sich etwas Heimliches zuwispern wollen. Da und dort hängt vor der obersten Dachluke das kleine Rad mit dem eingezogenen Seil, an dem man zu seiner Zeit Holz und Reisig aus der Gasse emporwindet. Wer Glück, Geduld und gute Ohren hat, der kann in manchem schmalen Winkel zwischen den Häusern die Ratten pfeifen hören am hellen Tag. Jeder Fuhrmann, den sein Weg durch die Wassergasse führt, tut einen saftigen Fluch. Denn holprig und schlecht ist das alte Pflaster, obgleich oder weil jedes Frühjahr Meister Haug, der Pflästerer, die Löcher flickt, die der Winter und andere Unbill hineingefressen. Wenn der wetterharte und trinkfeste Mann in der manchesternen Zunftmontur auf dem einbeinigen Schemel sein weithin klingendes Werk beginnt, dann kommt den Anwohnern der Gasse das Lenzesahnen, wie anderen bei Amselruf und Starengezwitscher. Sie treten aus ihren Häusern hervor, strecken die Nasen in den Wind, schauen hinauf in das schmale Stückchen Himmel, das 8 ihnen vergönnt ist, und bleiben, soweit sie freie Herren ihrer Zeit sind,

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