Ein Vorspiel
Es war an einem schönen, frischen Morgen zu Anfang des Jahres 1861, als ein Reiter den kleinen Flecken Bingstown in Virginien verließ. Er ritt einen englischen Rappen, den er, sobald die letzten Häuser des Fleckens mit ihren Gärten hinter ihm lagen, zum scharfen Trab antrieb. Die weite, scheinbar unendliche Fläche, die vor ihm lag, der weiche, mit jungem Gras bedeckte Boden, die scharfe Morgenluft – alles vereinigte sich, um einem tüchtigen Reiter und einem wackeren Pferde Vergnügen zu machen. Der junge Reiter mochte nicht viel über 20 Jahre alt sein, und das Rot seiner Wangen, die Klarheit seines Auges, gaben seinen wohlgeformten Zügen einen Ausdruck von Reinheit und ungeschwächter Jugendkraft, der jedes ehrliche und gesunde Herz für ihn einnehmen mußte. Das war ein kräftiger, unverdorbener Sohn des Nordens, ein echter Nachkomme jener Nordlandsfahrer und Normannen, die mit stählernem Arm, hellblickenden Auges ihre Schiffe durch unerforschte Meere steuerten und jedes fremde Ufer mit der Kühnheit des Siegers betraten. Jetzt freilich, bei diesem scheinbar so friedlichen Ritt über die Prärie, bot sich dem jungen Manne keine Gelegenheit, die nervige Hand zu ballen. Seine Züge waren sanft und zeigten einen fast schwärmerischen Ausdruck, namentlich dann, wenn er sehnsüchtig in die Ferne blickte und ein leichter Seufzer seine Brust hob. Er mochte ungefähr dreiviertel Stunden geritten