Der Amateur-Geldschrankknacker
Als in der Nacht des 27. Mai 1911 ein Schutzmann auf seinem Rundgang pflichtgemäß Tür und Schloß des Juweliergeschäftes von Gilderheim, Pascoe & Compagnie in Little Hatton Garden prüfte, fiel ihm nichts Besonderes daran auf. Bis neun Uhr abends hatten sich Herr Gilderheim und sein erster Buchhalter noch im Geschäft aufgehalten; ein Polizeibeamter in Zivil, der die Pflicht hatte, ungewöhnlichen Vorgängen nachzuforschen, war der Meinung gewesen, das Licht im Fenster des ersten Stocks sei seiner dienstlichen Beachtung wert, so daß er hinaufgegangen war, um die Ursache dieser Erscheinung festzustellen. Der 27. war ein Samstag, an dem in Hatton Garden Prinzipale und Angestellte sonst spätestens um drei Uhr Geschäftsschluß zu machen pflegen. Herr Gilderheim, ein freundlicher Mann, war auf das Klopfen zur Tür geeilt und hatte nach dem Revolver gegriffen, den er für alle Fälle in der Tasche trug; er war sehr erleichtert gewesen, als er entdeckte, daß das Klopfen kein aufregenderes Abenteuer im Gefolge hatte als ein Gespräch mit einem ihm bekannten Polizeibeamten. Er erklärte ihm, er habe eine Diamantensendung von einer Amsterdamer Firma erhalten und habe die Steine, bevor er nach Hause ginge, noch sortieren wollen. Nach einigen scherzhaften Bemerkungen über die verführerische Anziehungskraft, die Diamanten im Werte von sechzigtausend Pfund auf die gewissenlosen ›Mächte der Finsternis‹