Erste Abteilung: Am Rhein
Es war im Winter des Jahres 1852, als ich von einem Jagdtrupp von Ottoe-Indianern in der beschneiten Prärie am Sandy-Hill-Creek aus einer mehr als mißlichen Lage erlöst wurde. Sechs Wochen, von Mitte November bis Anfang Januar, hatte ich an jener Stelle in einem kleinen Lederzelt im beständigen Kampfe gegen die unerbittliche Kälte, die furchtbarsten Schneestürme und die halbverhungerten Wölfe zugebracht und während dieses ganzen Zeitraums, außer zwei feindlich gesinnten Pawnees, kein menschliches Wesen gesehen. Seit Wochen waren meine Nahrungsmittel auf das zähe Fleisch der Wölfe und einen kleinen Vorrat von Mais beschränkt gewesen, den mir meine beiden von der Kälte getöteten Pferde übriggelassen hatten. Erst durch das Erscheinen von sechs rüstigen Ottoe-Jägern, die mit Weib und Kind und mit Hilfe von einem Dutzend abgehärteter Mustangs ihrem Dorf am Missouri zueilten, wurde neue Lust zum Leben in mir wachgerufen. Die guten Leute nahmen mich ohne Aussicht auf Belohnung bei sich auf, pflegten mich, erleichterten mir das Reisen durch die winterliche Wüste soviel als möglich. Allmählich bildete sich sogar ein herzliches Verhältnis zwischen meinen Gastfreunden und mir, das darin seinen Höhepunkt erreichte, daß Wakitamone, der Zauberer und Medizinmann und zugleich Führer des Trupps, mir erklärte, eine eheliche Verbindung zwischen seinen beiden ältesten Töchtern und mir würde ein