Widmung
Die Maikönigin. Eine Dorfgeschichte in Versen von Wolfgang Müller von Königswinter. Gern auf der Dichtung grünen Pfad, Den ich als Jüngling einst betrat, Zieht dämmernd die Erinnerung, Und goldne Tage, blühend, jung, Voll Wanderlust im Maienstrahl Durchträumt sie schwärmend noch einmal, Sie sucht im Herzen manches Lied, Das Liebe, Wein und Lenz beschied, Schaut nach Genossen und Gestalten, Mit denen ich es einst gehalten. Dort stehest du vor Allen klar, Der mir ein Freund und Meister war, Als mich zuerst des Geistes Flug Zu künstlerischem Schaffen trug; Du warst es, der zur Poesie Anregung, Rath und Muth mir lieh, Der mir manch Vorbild fest und scharf In schöngeformtem Werk entwarf: Dein stilles, edles, starkes Dichten Gab Maß und Beispiel, mich zu richten! Dir folgt' ich freudig! Zwar gelang Mir nicht ein stolzer Heldensang Wie dir, deß Amelungenlied Den Weg des ew'gen Ruhmes zieht; Doch oft wie du hab' ich entzückt Den Heimathstrom im Lied geschmückt; Wie Sag' und Leben ihn umrauscht, Den Stimmen hab' ich treu gelauscht: Auch ist mir wohl der Ton gelungen, Wenn laut mein Herz am Rhein gesungen. So bring' ich heut ein ländlich Bild, Es spielt im sonnigen Gefild, Den Siebenbergen nicht gar fern, Wo ich entsproß, und wo du gern Im Sommer wohnst. Ich webte drein Volksleben, Sitt und Brauch vom Rhein Aus alter Zeit. Wie ich's gefaßt, Dünkt mir, daß deiner Art es paßt. O nimm sei's