Chapter

I.

Es war am ersten Juli und schon Feierabend, als die Marinke Tamoszus im Dorf einfuhr. Der Vater hatte sie in seinem Wagen selber gebracht. Trotzdem kam sie nicht aus dem Elternhaus. Sie kam von dem Gut des Herrn Westphal, wo sie erst ein Jahr im Haushalt gedient und dann zwei Jahre lang die Meierei verwaltet hatte. Dort war sie dem alten Enskys aus Ussainen in die Augen gefallen. Er hatte beim Milchabliefern die fleißige Wirtin in ihr erkannt und erst seine Frau und dann auch seinen Sohn, den Jurris, auf sie aufmerksam gemacht. Hierauf, als beide freudig ja sagten, hatte er sich mit ihrem Vater verständig, und das Ende vom Lied war, daß sie dem Herrn Westphal kündigte und vom alten Enskys den Mietstaler nahm. Aber nein doch, das Ende war es nicht! Es sollte vielmehr ein glücklicher Anfang sein. Denn wenn man sich gegenseitig gefiel, so konnte nach den letzten Kartoffeln, um Mitte Oktober etwa, die Hochzeit gefeiert werden. Wenigstens war es mit dem Vater so abgemacht worden. Und sie, die Marinke, hatte sich nicht gewehrt. Denn nach Hause konnte sie nicht, weil dort eine böse Stiefmutter schaltete, und ewig auf dem großen Gut zu scharwerken, hatte erst recht keinen Zweck. Man kam schließlich bloß ins Gerede. Sie saß in ihren Sonntagskleidern mit gründurchflochtenen Zöpfen und brauner Taftschürze, blond und rund und schüchtern neben dem dürrgearbeiteten Vater, der auf seine Gäule

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