Chapter

Die Mädchenfeinde

Noch bis zum letzten Feriendonnerstagabend hatten sie gemeint, die armen Kadettenbüblein, es könne einfach nicht sein, daß sie wieder fort müßten von Sentisbrugg, in die mürrische Stadt und den hässigen Zank der Schule. Sie hatten sich eingebildet, im schlimmsten Fall, wenn jede Hoffnung geschwunden wäre, so daß sie längst nicht mehr daran dächten, werde sich zu allerletzt die Natur ins Mittel legen und irgendeine rettende Katastrophe stiften, zum Beispiel ein Erdbeben – warum denn nicht? das komme ja vor – oder eine Überschwemmung, oder eine Lehrerseuche, oder eine plötzliche Kriegserklärung, was weiß ich. Und den langen, schönen Donnerstagnachmittag waren sie auf der Gaisfluh gelegen, geduldig auslugend, ob nicht vielleicht die französischen Kürassiere links den Berg heraufgesprengt kämen oder von rechts die badischen Jäger mit finstern Waffenröcken und schmetternden Trompeten. Erst jetzt, als sie nach ergebnisloser Erwartung niedergeschlagen heimkehrten, mit Efeu, das ihnen die Hirtenmädchen umgehängt, überwuchert wie zwei wandelnde Gartenlauben, und im Dämmerzwielicht gewahrten, wie die Großmutter erbarmungslos den Koffer packte, begriffen sie, daß sie von der ganzen Welt verraten waren. Da kletterten sie in ihrem Elend zuoberst auf den Ofen, leerten den Kater, der sich dort in einer Jacke eingenistet hatte und nicht wußte, will er weichen oder nicht, auf den Stubenboden

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