Vorspruch
Vorspruch. An der Ostseite des Vindhya-Gebirges träumt ein kleiner Bergsee unter rauschenden Uferpalmen und wispernden, buntblühenden tropischen Bäumen seine ureigensten, exotischen Märchen … Es sind nicht alles nur Märchen, – Wahrheit und Dichtung spiegeln sich in seiner von Wasserpflanzen bedeckten stillen Oberfläche wie die leuchtenden Gestirne des südlichen Firmaments, und nur am Tage, wenn der glühende Sonnenball den verträumten Weiher mit seinen brennenden Pfeilen trifft und unter den Luftwurzeln der Mangroven aus sumpfigem Schlick der Pesthauch des Fiebers hervorquillt, hat der kleine Bergsee all seine Romantik abgestreift und erscheint alltäglich und nichtssagend … … Sinkt der Sonnenball und wehen die kühleren Winde über die einsamen Berghöhen, dann erst steigen aus der Tiefe des Weihers die zarten Lotosblumen empor wie weiße, keusche Nixen, umgeben von der Schutzwache ihrer großen, runden, grünen Blätter … Dann erst öffnen sie ihre hellen, unten gelbumrandeten Kelche und atmen den Odem der nächtlichen Wildnis ein und beginnen ihr märchenhaftes Flüstern und Raunen und ihre zärtlichen Spiele … – … Inmitten des Weihers, wo das freie Wasser einen blanken, reinen Kreis bildet, spiegelt sich in dieser Zaubernacht die Mondsichel wider wie eine Leuchte, die auf dem Grunde des Gewässers verborgen glüht … Die Wildnis ist erwacht … Allerlei Getier kommt zur Tränke – lautlos,