Chapter

Die Liebesfahrten der Eisheiligen

Einmal wirst du wiederkommen, wann die Veilchen heimlich um die Hügel duften Und die Abendnebel silbern Auf den schattenblauen Wiesen stehn. Wirst mit goldenem Schlüssel eine Kammer Auftun und in einem weißen Bettlein Träumen, daß er komme und dich küsse – Daß ich komme und dich küsse, den du Einst geliebt. Drei Reiter stiegen aus dem Tale, wo der junge Rhein dem See zudrängt, einen Hügel hinan, der sich unter Wiesen und Weingärten behäbig dehnte und die Sonne wie eine warme Krone trug. Neuer Most duftete von Haus zu Haus, und feine Tröpflein hingen an den silberschimmernden Schindeln. Bienen und Wespen waren trunken tanzende Feuersäulchen über Obstpressen und Weinkeltern, und samtne Georginen leuchteten aus den Bauerngärten in den blauen Tag. Einen Rappen mit silberbeschlagenem Zaumzeug ritt ein untersetzter Schwarzer, einen Schimmel mit dunkelglänzenden Gurten ein breitschultriger Weißbart und einen Goldfuchs mit feuergelben Zügeln ein schlanker rotblonder Gesell. Der Schwarze hatte seine Heimat in einem kirchenreichen Städtlein, dort, wo der Rhein breit zu strömen beginnt. Der Weiße hatte in seiner Jugend dem Vater, der seinen Liebhabereien lebte, bei der Jagd im Gebirge und beim Fischfang im See beigestanden, und der Blonde war seinen Knabenträumen in einer Landschaft nachgegangen, wo Fruchtbarkeit über sanften Hügeln atmete. Dem Handel war Pankraz, der Schwarze, ergeben

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