Die Liebe um Hanne Borg
In einer Zeit, die sich immer gründlicher auf alle psychophysischen Zusammenhänge zu besinnen strebt, derart, daß die Ergebnisse dieses Forschens aus den Gelehrtenstuben allenthalben schon in das praktische Leben hinaus ihre Anwendung suchen, mag es nicht ohne Interesse bleiben, gerade an jenen Grenzen nicht achtlos vorüberzugehen, wo das Gewöhnliche mit dem Außergewöhnlichen vermischt von drüben gesehen werden kann. Hier wie in jeder Wissenschaft wird der Grenzfall den besten Einblick in die sanfteren Geleise des Durchschnittes bringen, da an und für sich das Seelenleben ja keine Norm kennt, die mit den allmählich erwachsenen Schranken der Gesellschaft unbedingt übereinstimmen müßte. Daß der Grenzfall im praktischen Dasein untergehen muß, ist natürlich und für die Allgemeinheit von Vorteil; ob aber ein ›Schuldig!‹ so gedankenlos überall dort ausgesprochen werden darf, wo ein Leben sich aus sich selber verliert, bleibt eine Frage. Eine spätere Krankheit, wie Irrsinn, kann ihre gebieterischen Vorzeichen schon in das Dasein eines Menschen werfen, solange ihm unter Menschen und Alltag zu wandeln nicht verboten werden kann. An sich ist die Gesellschaft dem Individuum gegenüber immer ungerecht und muß es sein. Der Alltag schleift dies ab, doch die Grenzmenschen müssen daran zerschellen, müssen daran um der Ordnung willen zu Grunde gehen. In der weltberühmten Irrenanstalt S. wird