Einleitung
Die Liebe der Engel Eine mythische Dichtung Aus dem Englischen übersetzt von Joh. Bapt. Rousseau. Verlag von Ernst August Fleischmann München 1834 Und es geschah, daß, nachdem die Söhne der Menschen sich vermehrt hatten in diesen Tagen, ihnen Töchter geboren wurden zierlich und schön, und als die Engel, die Söhne des Himmels, sie anschauten, entbrannten sie in Liebe zu ihnen. Buch Enoch, Kap. VII. Abth. 2. Kaum hatte, im Frühling der Welt, begonnen Der neuen Stämme rühmlicher Lauf, Und die Zeit, die junge, zählte noch auf Die ersten Tag' der Geburt nach der Sonnen; Die Menschen und Engel, sich freuend im Stral Der Natur, der dämmernden, lebten in Frieden Auf hohem Gebirg und im sonnigen Thal; Noch waren nicht Menschen und Himmel geschieden Durch den Vorhang der Sünde; die Sorge war fern; Die Erde lag näher dem himmlischen Stern Als in diesen Tagen des Wehs und der Mängel, Und die Sterblichen sahen im Himmelszelt Verwunderungslos die Augen der Engel, Die sich weideten an der unteren Welt. Weh, daß selbst dann der Morgen der Erden Durch Leidenschaft sollt' entweihet werden; Daß, schlimmer noch, der unheilige Flecken Sollt' Herzen von himmlischer Abkunft bedecken, Und, Schlimmstes von Allem, des Makels Nacht Durch Frauenliebe werden gebracht! In dieser Blüthenzeit lagen am Abend, Sich unter Gedüft am Gespräche labend, An des Berges Hang, wo der scheidende Stral Der Sonne noch