Achtes Kapitel
Baudoin war eben mit Reinmachen in Marcels Laboratorium fertig geworden, als er seinen Namen rufen hörte. Er trat ans Fenster und erblickte den Pförtner der Fabrik, der mit der Mütze in der Hand respektvoll die Meldung machte: »Herr Baudoin, vor dem Thor ist ein Mann, der Sie sprechen möchte.« »Gut, ich komme gleich.« Es war drei Uhr nachmittags, Marcel war wieder dem Wald zugegangen und Baudoin Herr im Hause. Er brachte die Möbel vollends in Ordnung, legte seine Schürze ab und ging in den Hof. Am Eingang zur Fabrik angelangt, sah er vor dem Thor einen Mann mit ungepflegtem, rotem Kinnbart auf und ab gehen, der einen Arbeiterkittel und grobes Schuhwerk trug, und der Pförtner sagte ziemlich verächtlich: »Dort ist der Mensch, der nach Ihnen gefragt hat.« Im selben Augenblick hatte sich auch der Mann umgedreht und kam nun mit freundlicher Miene und ausgestreckter Hand auf Baudoin zu, der dem ihm gänzlich Unbekannten verwundert entgegensah, ohne sich irgendwie auf dieses Gesicht besinnen zu können. »Wer zum Kuckuck mag denn das sein?« überlegte er. »Der muß sich geirrt haben!« Aber schon sagte der Rotbart: »Guten Tag, Herr Baudoin!« und jetzt erkannte dieser seinen Freund Laforêt. Er faßte ihn unterm Arm und zog ihn längs der Fabrikmauer auf der Straße weiter, bis er sicher war, von niemand gehört zu werden. »Endlich! Da wären Sie ja!« sagte Baudoin vergnügt. »Aber wie Sie sich