Erstes Kapitel
Mit noch röterem Gesicht als sonst und gefurchter Stirne ging der Kriegsminister, an seinem Schnurrbart kauend, in seinem Arbeitszimmer auf und ab. Die Fieberhaftigkeit, womit er seinen Kneifer zwischen den Fingern drehte, verhieß dem zunächst vor ihm Erscheinenden keinen freundlichen Empfang, und die Offiziere mochten diese Wetterzeichen und ihre Ursachen kennen, denn in den anstoßenden Amtszimmern herrschte tiefe Stille; nur die Vögel im Garten vor den Fenstern wagten es, die Einsamkeit des Gewaltigen durch ihr keckes Zwitschern und Flattern zu stören. Nach kurzem Hin- und Herstürmen schien dem Minister die Geduld vollends ausgegangen zu sein, und er eilte an den Kamin, um auf die elektrische Klingel zu drücken. Mit besorgter Miene trat der Bureaudiener ein. »Ist der Oberst Vallenot zurückgekehrt?« fragte der Minister in einem Ton, wie er etwa das Kommando: »Gewehr in die Hand! Zur Attacke!« gegeben haben wurde. Der Diener beugte und krümmte sich, als ob er am liebsten unter dem Fußteppich verschwunden wäre, und gab mit tonloser Stimme zur Antwort: »Euer Excellenz ... ich weiß es wirklich nicht ... ich will nachfragen ...« Des Ministers Züge färbten sich bläulich; gleich einer platzenden Granate kam der erste Fluch über seine Lippen, dann ein zweiter, ein dritter, der aber verlorene Liebesmühe war, denn der Diener hatte sich schon verflüchtigt und die Thüre hinter sich