Vorworte
Die im Bereich der englischen Zunge weit verbreitete, anregende und geistvolle Dichtung wird hier dem deutschen Publikum in einer Übertragung geboten, welche sich bemüht, den edlen, reinen Inhalt, und soweit dies einer Übersetzung möglich, auch die ansprechende Form des Werkes wiederzugeben. Die Legende von Buddha erscheint hier, übergossen von der ganzen zauberhaften Märchenpracht des Gangeslandes, und aufs glücklichste weiß der Verfasser überall das Lokalkolorit festzuhalten. Für die zahlreich eingestreuten indischen Worte habe ich, soweit ihr Sinn nicht unmittelbar aus dem Text hervorgeht, kurze erklärende Anmerkungen hinzugefügt, die dem deutschen Leser gewiß willkommen sein werden; dabei hatte ich mich der freundlichen Beihilfe des Herrn Professor Dr. Friedrich Schrader in Rumili-Hissar bei Konstantinopel zu erfreuen, dem ich dadurch zu herzlichem Dank verpflichtet bin. Halle, im November 1891. K. W. In der folgenden Dichtung habe ich versucht, durch den Mund eines fingierten Bekenners des Buddhismus das Leben und den Charakter jenes edlen Helden und Reformators, des Prinzen Gotama von Indien, des Begründers des Buddhismus, zu beschreiben und sein System wenigstens anzudeuten. Noch vor einem Menschenalter wußte man wenig oder nichts von dieser großen asiatischen Religion, die doch bereits seit vierundzwanzig Jahrhunderten bestanden hatte und heutzutage an Zahl ihrer