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Vorwort

Droben auf dem mächtigen Oybinfelsen der Oberlausitz habe ich oft bewundernd gestanden, bald auf die nicht ferne alte Stadt Zittau schauend, bald auf die malerische Schönheit der den Felsen krönenden Burg- und Kloster-Ruinen. Dort: in altem Gewande eine regsame Bevölkerung voll Leben und Betriebsamkeit, mit immer frisch pulsierendem Blute. Hier: das stumme uralte Gemäuer, verödet und verlassen. Die es bewohnt, schlummern schon seit vielen Jahrhunderten. Stumm ist es nur, sagte ich mir, aber nicht schweigend; denn der hehre Dom mit Kaiser Karls Kapelle, der heimliche Kreuzgang, das Kaiserhaus und Refektorium haben viel zu erzählen. Sie können nicht sprechen und sagen doch Bedeutendes; sogar ihre einzelnen Steine. Rauh und unregelmäßig sind diese, soweit sie der früheren Burg angehören; rauh und unregelmäßig wie das Leben der alten Kämpen, so dereinst darin gehaust haben. Glatt und wohlgeformt zu zierlichem Quader zeigen sie sich, soweit Milde und Gesittung die Veste nach ihrem Verfalle zu einer klösterlichen Friedensstätte umwandelten. Hierin hat alles Bedeutung. Schauet auf die Symmetrie der aufstrebenden Gewölbrippen und sie verkünden uns: die höchste Symmetrie ist Gott. Betrachtet ihre Stützpunkte, die einzelnen Konsole mit dem verschiedenartigsten Gezier –: das ist der symbolische Ausdruck der Gebote Gottes, uns und auch den ehemaligen Cölestinermönchen vor Augen gestellt.

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