Chapter

Erster Teil

Der Oberleutnant fegte sich die Stoppeln vom Gesicht. Schabend glitt das Messer über die Backen. Die Baracke war mit Lärm geladen. Fahles Halbdunkel stand im Raum. Pritschen, verschwommen in den Umrissen, klebten an den Wänden. An den Pfeilern und den drei Verbindungswänden blakten Petroleumlampen, umstrahlt von rötlichen Scheinen, die sich dünne Kanäle in die Dunkelheit gruben. Auf den Pritschen blinkten hier und da kleine Kerzen. Köpfe mit den Lichtpünktchen der Zigaretten oder den knisternden Kolben der Stummelpfeifen wackelten durch die Gänge. Hinter den hohen, breiten und plumpen Fenstern stand die Nacht auf der fahl leuchtenden Decke des sibirischen Winters. Wer sich an die Scheiben stellte, den heißen Blick an das mit Eisblumen phantastisch gezierte Glas drückte, der sah das Bajonett aus der Schulter des Postens draußen herauswachsen, der ahnte den hohen Bretterzaun, der grau und düster einen Schlußstrich zog. Und wer das Ohr vom Lärm abzog und nach draußen aufmerksam richtete, wo Stille emporwuchs, der hörte eine feines Knirschen. Das kam von den Tritten des Wächters draußen. Der Oberleutnant hielt den Lichtstumpf vor den Spiegel, peitschte die Puderquaste über die gesäuberte Haut und fuhr nachprüfend mit der Hand darüber. Alles glatt, alles sauber. Brauchte sich nicht zu ärgern, daß er das notwendige Geschäft am Nachmittag vergessen hatte. Er rasierte sich um

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