Drittes Buch
* Die Schiffenden kommen nach Portugal und landen bei Belen; sie gehen nach Lissabon, das sie nach zehn Tagen wieder verlassen. Da unsere Seele in beständiger Bewegung ist, und nur in Gott Ruhe finden kann, der ihr Mittelpunkt ist, und für den sie geschaffen ward, so dürfen wir uns nicht wundern, wenn unsere Gedanken und Wünsche sich verändern. Wir ergreifen Dies und verlassen Jenes, Eins wird verfolgt und ein Anderes vergessen. Derjenige kommt aber dem Frieden am nächsten und hat den besten Theil erwählt, dessen Verstand sich in keine Irrthümer verwickelt. Dies sage ich, um den Leichtsinn Arnaldo's zu entschuldigen, mit dem er in einem Augenblick seinen Vorsatz aufgab, sich Auristela's Dienst zu weihen. Doch kann man nicht sagen, daß er ihn aufgab, sondern er stellte ihn nur in den Hintergrund, da das Gefühl der Ehre, welches über alle unsere Handlungen herrschen soll, sich gänzlich seiner Seele bemächtigte. Arnaldo erklärte sich gegen Periander darüber auf der Eremiteninsel, den Abend vor der Abreise. Er flehte ihn auch darum an, (denn wer Etwas bittet, was ihm sehr am Herzen liegt, begnügt sich nicht mit der einfachen Bitte), für seine Schwester Auristela Sorge zu tragen, und sie zu bewahren, damit sie einst Königin von Dänemark werden könne. Denn wenn ihm auch das. Glück in Wiedererlangung seines Reiches nicht günstig wäre, und er in diesem rechtmäßigen Kriege sein Leben