1. Kapitel. Die Teebüchse macht Geschichten … John Garmatzki war Altertumsforscher.
Sein Handwerkszeug bestand aus einem Hundewägelchen, ein paar Säcken, einer Hacke und den eigenen Augen und Händen. Der dürre kleine Mann, der stets in einem Aufzuge umherlief, das mildtätige Seelen ihm so manches Scherflein zustecken wollten, nahm nie eine Gabe an. Er verdiente auf den Schuttabladeplätzen und den sonstigen Orten seiner ehrlichen Findertätigkeit übergenug für seine Anspruchslosigkeit. Wir trafen ihn oft, wenn wir vormittags spazieren gingen, er hatte eine feine Nase dafür, wo es etwas zu ergattern gab. Leere Baustellen, auf denen die Nachbarn freundlichst verwanzte Matratzen, unbrauchbares Geschirr und ähnliche tote Dinge abluden, bevorzugte er mit Vorliebe, und gerade die westlichen Vororte Berlins, die Villenviertel, spendeten ihm so manches »Wertstück«, das in anderen Stadtteilen kaum als unbrauchbar weggetan worden wäre. Mochte nun Garmatzki noch so dürftig gekleidet sein, — sein Ziehhund Thras besaß einen sauber genähten Regenmantel, eine wasserdichte Decke, eine weiche Unterlage für kalte oder für Regentage und war im besten Stande. Er war ein Schäferhund, den John als ganz junges Tier, behaftet mit schwerer Staupe und ausgesetzt von mitleidlosen Menschen, aufgelesen, gesund gepflegt und großgezogen hatte. Thras war so ein prächtiger Rüde von schnittigem Bau und schönem Kopf geworden, bärenstark, unbestechlich in seiner Liebe und Treue zu seinem Herrn,