Chapter

Erstes Kapitel: Blumen und Blüten aus dem Ghetto

Lea – oder wie sie gewöhnlicher genannt wurde, Leontine Simonis – war eine reiche, liebenswürdige junge Jüdin. Klein nur von Gestalt, fesselte sie um so lebhafter durch die Zierlichkeit ihrer Formen und vorzugsweise durch die Anmut ihrer lächelnden Gesichtszüge. Frisch von Farbe hoben sich die lieblich gerundeten Wangen. Die Nase war von seltenem Ebenmaß und wie beim Profil einer Griechin mit der kleinen gedankenvollen Stirn in eine Linie verbunden. Vom germanischen Stamm waren Leontinens Augen: blau, schwärmerisch, romantisch. Die Zähne untadelig und das Haar von einer Fülle, daß der schöne Schmuck, aufgelöst, die Knie hätte erreichen können. Es gab in der Residenz Gestalten von einer beim ersten Anblick eindrucksvolleren Schönheit, Musterbilder des Wuchses und Ebenmaßes der Formen, wenige von Leontinens einschmeichelndem Zauber im Gesamteindruck. Und sie hatte auch den Namen dafür. Die junge Männerwelt streifte am sogenannten Hohen Graben, dem Quartier der Bankiers, vor den Fenstern der »schönen Simonis«, wie man sie nannte, mit allen Ausdrücken derjenigen Huldigung vorüber, die nur für ein junges Mädchen, das meist unter hohen tropischen Pflanzen am Fenster stickte oder las, im Aufblick gesunder oder in der Schärfung schwacher Augen durch vorwitzige Lorgnetten liegen kann. Dies war Leontinens äußere Erscheinung. Nach ihrem Innern war sie Schwärmerin. Sie übte zuvörderst nur

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.