Erster Teil
Ganz Warschau hatte ein schimmerndes Festgewand angelegt. Der Kaiser Nikolaus Paulowitsch, welcher nach der Entsagung seines älteren Bruders Konstantin den Thron bestiegen und die gefahrdrohende Militärrevolte, die sich ihm entgegengeworfen, siegreich unterdrückt hatte, war, nachdem er im Kreml zu Moskau die Krone der Zaren auf sein Haupt gesetzt, auch nach Warschau gekommen, um sich hier als König von Polen krönen zu lassen und die Huldigung seiner polnischen Untertanen entgegenzunehmen, und die so leicht empfängliche und zu vertrauensvollem Optimismus neigende polnische Nation erblickte in diesem Schritt ein Entgegenkommen, für welches sie ihrerseits warme Dankbarkeit empfand. Der frühere Kampf um die Unabhängigkeit war zweimal vergebens gekämpft worden, und selbst die Hand des korsischen Welteroberers hatte es nicht vermocht, das alte Polen wieder herzustellen. Die allgemeine Stimmung war dem Gedanken nicht mehr feindlich, daß die polnische Nation mit dem großen Slawenreiche des Ostens zu einem Gesamtreiche verbunden bleibe, wenn sie nur innerhalb desselben ihre eigene Verwaltung und Rechtspflege behielt und der Zar sie als König von Polen nach polnischem Recht beherrschte. Der Kaiser kam, die polnische Krone auf sein Haupt zu setzen, und dies wurde allgemein als ein Zeichen dafür aufgenommen, daß er den Wünschen des Volkes entgegenkommen wolle. So war denn der Empfang, der