Erstes Kapitel
Auf der Landstraße von Deutschbrod nach Prag rasselte ein behaglicher, quittengelber Wagen. Das scheckige Handross und des graue, gestriemte Sattelross griffen fröhlich aus, und ein sanftes Wölklein Staub quoll unter Rad und Hufen auf, schwebte golden und löste sich, ehe es der Wind über die Wiesen führte, die den Weg blumig begleiteten, gegen den Wald, der in sommerlichem Schweigen grünte, weil die Zunft der Amseln und der Kuckucke darin schon längst versungen hatte. Der Schwager am Bock schwang spielerisch die Peitsche, ohne dass er je die Haut der willigen Tiere verletzt hätte. Er war ein Meister des taktmäßigen Knalls, seine Geißel konnte fast singen. Und um den berühmten Reisenden in der Kalesche zu ergötzen, betete er: »Heiliger Blasius, steh mir bei, dass ich mein Posthorn blase frei wohl über Berg und Tal!« und schmetterte hernach sein Lied frisch vom Blech. Der kaiserlich-königliche Hofkammerkompositor Wolfgang Amadeus Mozart kam mit seiner Frau und seinem Schüler Franz Xaver Süßmayer, einem trotz seiner jungen Jahre etwas schulsteifen, zurückhaltenden Mann, von Wien her gereist. Mozarts schmale, stubenfarbene Wangen hatten sich leicht gerötet. Seit er den mährischen Boden verlassen hatte und durch die böhmischen Gaue fuhr, war er in bester Laune. Er liebte Böhmer sehr: er war dieser Stätte seiner stärksten Erfolge immer dankbar zugeneigt, und die Anmut der milden,