Vorwort
Die kreutzfidele Harfe Lustige Geschichten und Gesänge [Verlag »Münchner Humor«] 1923 Es gehört jetzt zum guten Ton, daß jeder Vortragskünstler ein Buch herausgibt. Erstens lernen ihn damit Menschen kennen, die noch nicht das hohe Glück hatten, »Ihn« selbst zu hören und zu bewundern. Zweitens bringt man sich den lieben Mitmenschen, falls sie einen vergessen wollten, wieder in Erinnerung. Drittens wird »Er« nach seinem Tode noch in seinem Buch unter den Lebenden weilen, falls einige Exemplare der Altpapierankaufsstelle entronnen sind und viertens – dies ist zwar für den Verfasser meist sehr nebensächlich – hofft jeder durch sein Buch etwas zu verdienen. Wir leben jetzt in sehr ernsten, schweren Zeiten. Fast könnte man das Lachen ganz verlernen. Und doch – wir dürfen es nicht verlernen. Wer nicht mehr lacht, ist krank. Krank dürfen wir aber nicht sein, gerade jetzt nicht. Wir müssen gesund und stark bleiben, um diese Prüfungszeit überstehen zu können. – Wie befreiend wirkte oft draußen im Schützengraben in bangen Stunden höchster Not ein kleines Scherzwort. Glaubt mir, diejenigen, die in solchen Augenblicken den Mut zu einem Scherzwort fanden, das waren die Starken, die ihre Kameraden aufrichteten und bei jeder anderen Gelegenheit den Mann stellten. Darum nehme es mir niemand übel, 4 wenn gerade jetzt ein lustiges Buch von mir erscheint. Ganz ohne Lachen muß der Mensch zugrunde