Chapter

I

»Sie sind also nur deshalb hierhergekommen, um zu sterben?« sagte der junge Deutsche und lief, die Hände in den unteren Taschen seiner kamelhaarbraunen Sportweste, aufgeregt und hustend durch den Zigarettenqualm. »Weshalb sonst?« sagte Sybil, die rauchend auf dem Bett lag, schlank und blond. »Scharmant, scharmant«, wisperte der kleine Japaner, der oben im Sanatorium Beaurivage Assistentendienste versah, und hielt ein blaues Speiglas, auf dem eine sonderbare Tabelle angebracht war, gegen das Licht. »Zehn Kubikzentimeter Auswurf«, lächelte er, von irgendeiner inneren Fröhlichkeit betroffen. Er sprach fließend Deutsch und fließend Portugiesisch und gab sich zuweilen, wenn es nötig schien, als Portugiese aus. Er unterhielt geheime Beziehungen zu dem Dienstmädchen des portugiesischen Konsuls. Das war eine dicke Schwyzerin aus Bern, die wie geknetet aussah. An Stelle einer Kuhglocke trug sie eine Doublémedaille um den fettigen Hals, die das Bild des kleinen Japaners – in seiner seidenen und faltenreichen Nationaltracht – in sich verbarg. »Ich habe früher nur dunkle Frauen geliebt,« sagte der junge Deutsche und sah durch die Balkontür in den stürmenden Schnee, »Frauen mit schwarzen Haaren und schwarzen Augen. Als ich selber noch im Dunkeln tappte mit meinen neunzehn, zwanzig Jahren. Dann wurde es licht in mir. Ich liebte eine Frau mit braunen Haaren und Hirschaugen. Dann eine mit

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