Vorworte
Vorwort zur ersten Auflage. Dieses Buch erhebt den Anspruch, die Anschauungen der meisten auf der Höhe der zeitgenössischen Bildung stehenden Menschen getreu wiederzugeben. Es sind gewiß Millionen Angehörige der Kulturvölker durch eigenes Nachdenken dahin gelangt, an den bestehenden staatlichen und gesellschaftlichen Einrichtungen genau dieselbe Kritik zu üben, die in den nachfolgenden Blättern enthalten ist, und die hier ausgesprochene Ansicht zu theilen, daß diese Einrichtungen unvernünftig, der naturwissenschaftlichen Weltanschauung widersprechend und darum unhaltbar sind. Trotzdem kann es nicht ausbleiben, daß man beim Lesen dieses Buches die Augen verdrehen und die Hände über dem Kopfe zusammenschlagen wird, und wohl nicht am wenigsten eifrig Mancher, der darin seine eigenen geheimsten Meinungen ausgedrückt findet. Das ist es eben, weshalb der Verfasser geglaubt hat, es sei nothwendig, es sei unerläßlich, dieses Buch zu schreiben. Die schwere Krankheit der Zeit ist die Feigheit. Man wagt nicht, Farbe zu bekennen, für seine Ueberzeugungen einzutreten, seine Handlungen mit seinen Empfindungen in Einklang zu bringen; man hält es für weltklug, äußerlich am Hergebrachten festzuhalten, wenn man auch innerlich damit völlig gebrochen hat; man will nirgends anstoßen, keine Vorurtheile verletzen; das nennt man wohl »die Ueberzeugungen Anderer respektiren«, jener Anderen, die