Der Überfall auf die „Pallonia“.
Der Überfall auf die „Pallonia“. Die deutschen Familien, die sich von dem englischen Auswanderer-Bureau zur Ansiedlung in Australien hatten anwerben lassen, waren nur zu bald gewahr geworden, daß die meisten der ihnen gegebenen Zusicherungen in keiner Weise eingehalten wurden. Schon der Dampfer, auf dem sie in Dover eingeschifft worden waren, stellte sich als ein alter, halbwracker Kasten heraus, der kaum acht Knoten lief und bei unruhiger See derart schlingerte, daß die Seekrankheit dann stets eine Anzahl von Opfern forderte, was den Aufenthalt in den engen Räumen noch unerträglicher machte. An Bord befanden sich außer 92 Deutschen, Männern, Frauen und Kindern, auch einige hundert englische Familien, meist dem Arbeiterund Handwerkerstande angehörig, die gleichfalls in dem kleinsten Erdteil ihr Glück versuchen wollten. Das Verhältnis zwischen den Zugehörigen der beiden Nationen war von Anfang an kein besonders gutes. Englische Rücksichtslosigkeit und Anmaßung trachteten auch auf der „Pallonia“ danach, sich die bessere Kost und die größeren Bequemlichkeiten zu verschaffen. So kam es bald zu Reibereien, da auch die vielbespöttelte deutsche Gutmütigkeit ihre Grenzen hatte. Nach endlosen, martervollen sechs Wochen lief der Dampfer in den Hafen von Sydney an der Ostküste Australiens ein, wo er eigentlich nur Kohlen einnehmen sollte, da er erst in Adelaide an der Südküste sein Ziel